Allgemeinmedizinische Praxis

 

 

Nützliche Ratschläge

Irrtum 1
Erwachsene sollten zwei Liter Wasser pro ­Tag trinken

Es gibt keine wissenschaftliche Studie, die den Sinn dieser Empfehlung belegt. Amerikanische Forscher haben eine umfassende Literatur-Recherche über die Herkunft dieser Empfehlung angestellt und das Ergebnis schon im Jahr 2002 im „American Journal of Physiology“ veröffentlicht: Der menschliche Körper benötigt keine übermäßigen Mengen Wasser, das natürliche Durstgefühl reguliert die erforderliche Flüssigkeitsaufnahme. Im Übrigen nehmen wir täglich Wasser in unterschiedlichster Form auf, ohne dass uns das bewusst wäre: Fruchtsaft, Milch, Kaffee, Tee, Früchte, Gemüse bestehen zu einem erheblichen Teil, wenn nicht fast zur Gänze, aus Wasser. Ganz abgesehen davon, wirkt Kaffee keineswegs so dehydrierend wie allgemein angenommen. Der stimulierende Effekt des Kaffees produziert nur einen geringen Wasserverlust. Diesen macht die Wassermenge, die man beim Genuss einer Tasse Kaffee aufnimmt, mehr als wett.
Freilich ist Wasser für den Organismus wichtig. Es transportiert Nährstoffe, Hormone und Sauerstoff zu den Körperzellen und entsorgt Abfallprodukte über den Blutkreislauf und das Lymphsystem. Wasser schmiert die Gelenke und trägt zum Wohlgefühl bei. Aber wie viel Wasser sollte man tatsächlich trinken? Das Durstgefühl ist ein guter Ratgeber (außer bei alternden Menschen, weil das Durstgefühl im Alter schwindet). Von Zeit zu Zeit sollte man die Farbe des Urins beobachten. Eine dunkelgelbe bis braune Farbe weist auf Dehydrierung hin. Dann sollte man mehr Flüssigkeit zu sich nehmen. (Profil)

Irrtum 2
Lesen bei wenig Licht schadet den Augen

Eltern werden nicht müde, ihren Kindern medizinische Ratschläge zu geben. „Lies nicht im Dämmerlicht, du wirst blind werden!“, lautet einer davon. Das ist schlicht falsch. Die Augen werden dadurch nicht geschädigt, dass man bei wenig Licht liest. Man sieht zwar besser bei optimaler Beleuchtung, aber schwaches Licht hat keine langfristigen Auswirkungen auf die Struktur der Augen. Allerdings kann das Lesen im Dämmerlicht zu vorübergehenden Irritationen der Augen führen. Daher sollte man auf gute Beleuchtung achten und einen Mindestabstand von etwa 30 Zentimetern zur Leseunterlage einhalten. Auch sollte man den Augen etwa alle 20 Minuten eine kurze Erholungspause gönnen. Regelmäßiges Blinzeln beseitigt Verunreinigungen und hält die Augen feucht. Zimmerpflanzen erhöhen die Luftfeuchtigkeit, was für die Augen gut ist. Brillenträger sollten ihre Brillen stets verwenden, weil schlechtes Sehen die Überanstrengung der Augen fördert.

Irrtum 3
Spinat ist blutbildend

Falsch. Spinat ist zwar reich an Mineralien, Vitaminen (Beta-Karotin, Vitamine B und C), Proteinen und Oxalsäure, aber der ihm zugeschriebene hohe Eisengehalt geht auf eine Verwechslung zurück. Der Schweizer Physiologe Gustav von Bunge hatte zwar den Wert im Jahr 1890 mit 35 Milligramm Eisen pro 100 Gramm Spinat richtig berechnet, aber seine Aussage bezog sich auf getrockneten Spinat. Seine Angaben wurden später irrtümlich auf frischen Spinat bezogen. Da aber das frische Gemüse zu 90 Prozent aus Wasser besteht, enthält es in Wahrheit nicht außergewöhnliche 35, sondern nur etwa 3,5 Milligramm Eisen je 100 Gramm. Die Comic-Figur Popeye, ein Matrose, der durch reichlichen Spinatgenuss übermenschliche Kräfte entwickelt, lebt von dieser Mär.


Irrtum 4
Impfungen sind gefährlich

Selbst geringe Nebenwirkungen von Impfungen liegen im Promille-Bereich und sind damit geringer als bei den meisten anderen Arzneimitteln. Bei FSME, der Impfung gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine durch das FSME-Virus hervorgerufene, gefährliche Hirn- und Hirnhauterkrankung, zum Beispiel beträgt die Nebenwirkungsrate 0,01 Prozent. Dennoch sind die Österreicher Impfmuffel, auch viele heimische Mediziner stehen Impfungen kritisch gegenüber. Großteils sind das Nachwirkungen tatsächlicher Impfschäden vor allem durch die Pockenschutzimpfung in den fünfziger Jahren. Der Innsbrucker Pathologe und Immunologe Georg Wick erklärt die ablehnende Haltung vieler Österreicher gegenüber Impfungen mit mangelnder Bildung. „Im angloamerikanischen Raum oder in Skandinavien, wo es einen ordentlichen Biologieunterricht gibt, gibt es kaum Impfgegner. Impfungen sind die größte Erfolgsgeschichte der Medizin. Viele Krankheiten wurden dadurch ausgerottet, viele von uns wären ohne ­Impfungen heute gar nicht am Leben“, sagt Wick. Und: „Impfgegnern müsste man sagen: Lernen Sie Medizin­geschichte!“

Irrtum 5
Gürtelrose ist ansteckend

Das stimmt nicht. Die Gürtelrose (Herpes zoster) ist durch einen schmerzhaften Hautausschlag charakterisiert, der durch eine Jahre zurückliegende Windpocken-Infektion hervorgerufen wird. Nachdem die Windpocken abgeheilt sind, zieht sich das Virus in die Nervenwurzeln des Rückenmarks oder auch des Gehirns zurück, verweilt dort in einem Schlafzustand und kann Jahre später wieder aktiv werden. Auslöser der Reaktivierung ist ein durch Stress, Krankheit oder Alter geschwächtes Immunsystem. Es ist praktisch nicht möglich, durch Berührung einer erkrankten Person Gürtelrose zu bekommen. Allerdings sollten sich erkrankte Personen von Schwangeren, Kindern und Menschen mit geschwächtem Immunsystem fernhalten. Die Bläschen des Hautausschlags enthalten Windpocken-Viren. Personen, die nie an Windpocken erkrankt waren oder nicht dagegen geimpft sind, sollten enge Kontakte meiden. Bei Schwangeren können die Windpocken zu Erkrankungen des ungeborenen Kindes führen.

Irrtum 6
Bakterienschleuder Haarbürste

Fälschlich wird oft behauptet, die Haarbürste im Bad sei die größte Brutstätte für Bakterien. In Wahrheit sind es gebrauchte Zahnbürsten. Wissenschaftliche Untersuchungen konnten zeigen, dass kein anderer Ort oder Gegenstand im Badezimmer derart mit Millionen Keimen behaftet ist wie gebrauchte Zahnbürsten. Die Mikroben stammen aus dem Mund, von benachbarten Zahnbürsten oder aus der größeren Badezimmer-Umgebung. Deshalb sollte man niemals Zahnbürsten einer anderen Person, auch nicht engster Familienangehöriger verwenden oder gebrauchte Zahnbürsten in engem Kontakt in ein und demselben Gefäß aufbewahren. Auch sollte man nach einer überstandenen ansteckenden Erkrankung die Zahnbürste wechseln, weil die Erreger dort nach der Genesung noch virulent sein können. Wenn im Bad auch eine Toilette vorhanden ist, sollte man die Spülung nur bei geschlossenem Deckel betätigen, weil ansonsten feine Wassertröpfchen und damit Keime mehrere Meter in die Umgebung geschleudert werden – auch auf die Zahnbürsten, sofern diese nicht in einem geschlossenen Schrank verwahrt werden.


Irrtum 7
Klobrillen können sexuell infektiöse Krankheiten übertragen

Falsch. Sexuell infektiöse Krankheiten werden durch direkten Kontakt mit den jeweiligen Erregern wie Bakterien oder Viren bei vaginalem, analem oder oralem Verkehr übertragen. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass man solche Mikroben von einer Klobrille aufschnappt. Die Erreger von sexuell übertragbaren Krankheiten reagieren äußerst sensibel auf Umweltbedingungen und können außerhalb des menschlichen Organismus nicht lange überleben, speziell nicht auf harten Oberflächen wie einer Klobrille. Allerdings transpiriert die Haut, was bei längeren Sitzungen die Infektionsgefahr erhöhen kann. Filzläuse, keine sexuell übertragbare Krankheit im engeren Sinn, kann man sich unter Umständen auch auf einer Klobrille einfangen.

Irrtum 8
Frauen sollten ihren Hintern von vorne nach hinten reinigen

Der aus Gründen der Hygiene auch von manchen Ärzten erteilte Rat geht an der Realität vorbei. „Das ist ein völliger Unsinn“, sagt beispielsweise Ralf Herwig von der Wiener Universitätsklinik für Urologie. „Harnröhre, Vagina und After sind so eng beieinander, man findet dort eine Ansammlung von Hunderttausenden Keimen. Da ist es völlig egal, ob Sie sich von vorne nach hinten oder umgekehrt reinigen.“



Wie soll ein Arzt denn sein?

Die Antwort hab ich da geschwind,

so wie gottlob fast alle sind.

Der gute Arzt ist nicht zu zärtlich,

doch ist er auch nicht eisenbärtlich,

nicht zu besorgt und nicht zu flüchtig,

er ist mit einem Worte tüchtig.

Er ist ein guter Mediziner,

er ist Menschheits- dann erst Geldverdiener,

Gesunde fühlen sich wie Götter

und werden leicht am Arzt zu Spötter,

doch bricht dann eine Krankheit aus

dann schellen sie ihn nachts heraus,

beim allerärgsten Sudelwetter

und sind ganz klein vor ihrem Retter.

Der kommt, nicht wegen der paar Märke,

die Nächstenliebe treibt ihn stärker,

schlief er auch noch so süß und fest,

zu kriechen aus dem warmen Nest,

behandelt d'rum den Doktor gut,

damit er euch desgleichen tut. (Eugen Roth)

 

Weihnachtswünsche

Ich wünsche Dir nicht alle möglichen Gaben,

ich wünsche Dir nur, was die meisten nicht haben:

Ich wünsche Dir Zeit, Dich zu freuen und zu lachen,

und wenn Du sie nützt, kannst Du etwas draus machen.

Ich wünsche Dir Zeit für Dein Tun und Dein Denken,

nicht für Dich selbst, sondern zum Verschenken.

Ich wünsche Dir Zeit nicht zum Hasten und Rennen,

sondern die Zeit zum Zufriedensein können.

Ich wünsche Dir Zeit, nicht nur zum Vertreiben,

ich wünsche, sie möge Dir übrig bleiben -

als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertrauen,

anstatt nach der Zeit auf die Uhr zu schauen.

Ich wünsche Dir Zeit nach den Sternen zu greifen

und Zeit, um zu wachen, das heißt um zu reifen.

Ich wünsche Dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben,

es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche Dir Zeit, zu Dir selber zu finden,

jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.

Ich wünsche Dir Zeit auch um Schuld zu vergeben.

 

Ich wünsche Dir

Zeit zu haben - zum Leben!

(Autor unbekannt)

 

 

Zehn Gebote der Schlafhygiene

 

•  Decke den täglichen Bedarf an Schlaf

•  Beachte das Schlafritual (regelmäßiges Einhalten des Schlaf-Wach-Zyklus)

•  Optimiere die Schlafstätte (Bett, Matratze)

•  Optimiere die Umweltbedingungen (Temperatur, Lärm etc)

•  Vermiede körperliche Ertüchtigung unmittelbar vor dem Schlafengehen

•  Optimiere die Ernährung (Übergewicht)

•  Reduziere Stress und Spannung (Alles, was entspannt ist gut für den Schlaf)

•  Vermeide substanzinduzierte Schlafstörungen! Meide Zigaretten, Alkohol und stimulierende Getränke

•  Sei wach während des Tages! (insbesondere ältere Menschen sollten aktiv sein, soziale Kontakte pflegen)

•  Bei länger anhaltenden Schlafstörungen suche den Arzt auf!

 

 

Österreichische Empfehlungen für gesundheitswirksame Bewegung

 

bis 17 Jahre:

•  Jeden Tag insgesamt mindestens 60 Minuten körperliche Aktivität mit zumindest mittlerer Intensität.

•  Mindestens drei Mal pro Woche muskelkräftigende und knochen- stärkende Bewegungsformen.

•  Zusätzlich werden koordinations-verbessernde und beweglichkeits-erhaltende Aktivitäten empfohlen.

  •  

18- bis 64-Jährige:

 

•  Mindestens 150 Minuten (21/2 Stunden) pro Woche Bewegung mit mittlerer Intensität oder 75 Minuten (11/4 Stunden) pro Woche Bewegung mit höherer Intensität, oder eine entsprechende Kombination.

•  Für einen zusätzlichen und weiter reichenden gesundheitlichen Nutzen sollte eine Erhöhung des Bewegungsumfanges auf 300 Minuten (5 Stunden) pro Woche Bewegung mit mittlerer Intensität oder 150 Minuten (21/2 Stunden) pro Woche Bewegung mit höherer Intensität oder eine entsprechende Kombination aus Bewegung mit mittlerer und höherer Intensität angestrebt werden.

ab 65 Jahre:

 

Für ältere Menschen gelten grundsätzlich dieselben Zeitumfänge wie für Erwachsene, allerdings sollten sie nur so lange aktiv sein, solange sie sich wohlfühlen.

•  Wenn ältere Menschen auf Grund von Beschwerden nicht mehr in der Lage sind, 150 Minuten Bewegung mit mittlerer Intensität auszuführen, sollten sie so viel Bewegung machen, wie ihre Beschwerden zulassen.

•  Zusätzlich werden das Gleichgewichtsvermögen erhaltende körperliche Aktivitäten empfohlen, um die Sturzgefahr zu reduzieren.

 

Spruch des Monats

Ein Lächeln kostet nichts, aber es gibt viel

Es macht den reich, der es bekommt,

ohne den, der es gibt, ärmer zu machen.

Es dauert nur einen Augenblick,

aber die Erinnerung bleibt - manchmal für immer.

 

Niemand ist so reich, dass er ohne es auskommen kann,

und niemand ist so arm,

dass er nicht durch ein Lächeln reicher gemacht werden könnte.

Ein Lachen bringt Glück ins Haus,

fördert den guten Willen im Geschäft

und ist d a s Zeichen für Freundschaft

 

Es gibt dem Erschöpften Ruhe,

dem Mutlosen Hoffnung,

dem Traurigen Sonnenschein

und es ist der Natur bestes Mittel gegen Ärger.

Man kann es nicht kaufen, nicht erbetteln, leihen oder stehlen,

denn es ist so lange wertlos, bis es wirklich gegeben wird.

 

Manche Leute sind zu müde, Dir ein Lächeln zu geben.

Schenk ihnen Deines,

denn niemand braucht ein Lächeln notwendiger als jener,

der keines mehr zu geben hat.